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- Wie bewerbe ich mich auf eine Professur?

F&L 4/2006 
Mit der korrekten Zusammenstellung der Bewerbungsunterlagen für eine Universitätsprofessur sind vielfältige Fragen verbunden. Für alle Fächer geltende allgemeingültige Aussagen können nur schwer getroffen werden. Die Bewerbungsunterlagen müssen sich folglich vorrangig an den spezifischen Fachkulturen ausrichten. Unabhängig von den verschiedenen Fächerkulturen hat die Bewerberin oder der Bewerber das von der Berufungskommission geforderte Bewerbungsprofil zu erfassen. Hierzu ist ein genaues Studium des Ausschreibungstextes unerläßlich. In der Praxis ist festzustellen, daß nicht selten über 50 Prozent der eingegangenen Bewerbungen bereits im Vorfeld aussortiert werden, da sie mit dem geforderten wissenschaftlichen Profil nicht in Einklang zu bringen sind. Weiterhin sollten sich potentielle Bewerber nicht scheuen, im Dekanatssekretariat anzufragen, ob von der Fakultät beschlossene Richtlinien für Bewerbungen um Professuren existieren. Potentielle Bewerber müssen davon ausgehen, daß in den größeren Fächern die Berufungskommissionen häufig mit sogenannten Bewerbersynopsen, d.h. vergleichenden Zusammenstellungen relevanter Parameter der Bewerber, agieren. Hier sind prägnant zusammengestellte Bewerbungsunterlagen eindeutig im Vorteil. In den Anschreiben an den Kommissionsvorsitzenden sollten nicht nur die eigenen wissenschaftlichen Leistungen dargestellt, sondern auch deutlich werden, warum eine Bewerbung auf die ausgeschriebene Professur erfolgt.  Es hat sich zwischenzeitlich eingebürgert, daß Bewerber nur fünf ausgewählte Originalarbeiten einreichen dürfen. Auch in diesem Zusammenhang ist eine Auseinandersetzung mit dem von der Fakultät gewünschten wissenschaftlichen Profil der Professur zwingend erforderlich. 

Hubert Detmer


- Wie präsentiere ich mich im Gespräch mit der Berufungskommission?

F&L 5/2006
Der Probevortrag vor der Berufungskommission gliedert sich in einen öffentlichen und einen nicht-öffentlichen Teil. Im öffentlichen Teil steht der wissenschaftliche Vortrag im Vordergrund. In der öffentlichen Diskussion nach dem Probevortrag wird es regelmäßig darum gehen, das Thema des Vortrages zu vertiefen oder auf Nachfrage zu erläutern. Genauso wichtig wie der öffentliche Teil des Probevortrages ist allerdings auch die Selbstpräsentation im nicht-öffentlichen Gespräch mit der Berufungskommission. Hier sollten Sie sich darauf einstellen, daß die bisherigen wissenschaftlichen Leistungen durchaus kritisch hinterfragt werden. So kann Sie die Berufungskommission vorsätzlich verunsichern wollen, indem man bspw. Ihre Forschungsleistungen marginalisiert. Hierauf sollten Sie vorbereitet sein. Dies gilt auch für angeblich unterdurchschnittliche Drittmitteleinwerbungen. Auch Fragen zu Ihrem persönlichen Umfeld gehören mittlerweile zum Standardrepertoire derartiger Gespräche. So könnte Ihnen entgegengehalten werden: "Da Ihre Familie doch sicherlich nicht mit umziehen wird, wäre Ihre hinreichende Präsenz im Fachbereich doch gar nicht gesichert."In einem derartigen Fall sollten Sie selbstverständlich die Umzugsbereitschaft der ganzen Familie versichern. Weiterhin ist es elementar wichtig, daß Sie Ihr Konzept von der Professur anschaulich vermitteln können. Wo sehen Sie "Ihre"Professur in fünf Jahren? Sie sollten auch mit der Struktur des Fachbereichs hinreichend vertraut sein, um eine glaubwürdige Konzeption präsentieren zu können. Definitiv einrichten sollten Sie sich auf die klassische Abschlußfrage: "Haben Sie noch Fragen?"Anhand konkreter Fragen zur weiteren Entwicklung des Fachbereichs sollten Sie erkennen lassen, daß Sie sich intensiv mit den örtlichen Gegebenheiten auseinandergesetzt haben. 

Dirk Böhmann
 


- Worauf ist bei einem Anschreiben in Bewerbungsunterlagen zu achten?

F&L 3/2007 
Bewerbungen auf eine Professur sehen in der Praxis sehr unterschiedlich aus. "Die einheitliche und allgemeingültige Form" kann es aufgrund der Fächervielfalt nicht geben.  Entscheidend ist ein gutes, aussagekräftiges und kompaktes Anschreiben. Hier sollte der direkte Bezug zum Fachbereich der künftigen Universität und zur ausgeschriebenen Stelle mit Quellenangabe hergestellt werden. Bereits bei der Anrede gibt es von der jeweiligen Fachkultur abhängige Unterschiede. In etwas "konservativeren" Fächern (z.B. Medizin, Jura) sollte für den Rektor die respektvolle Bezeichnung "Magnifizenz" und für den Dekan "Spectabilis" der Anrede "sehr verehrte(r)/geehrte(r)" vorangestellt werden. In den Ingenieur- oder Technikwissenschaften ist dies eher unüblich. Für darüber hinaus bestehende lokale Usancen kann nur empfohlen werden, beim Dekanatssekretariat des Fachbereiches nachzufragen. Teils existieren in meist größeren Fachbereichen der Hochschule auch Richtlinien für Bewerbungen auf Professuren. Das Anschreiben sollte kompakt (auf einer oder zwei Seiten) sein, da sich Details zum Werdegang und wissenschaftlichen Profil aus den beigefügten Bewerbungsunterlagen ergeben. Dazu sollte der Ausschreibungstext vorab genauestens ausgewertet werden. Das Anschreiben sollte dazu genutzt werden, die gesamten persönlichen Qualifikationen kurz darzustellen, wobei die Qualifikationserfordernisse der Stelle abgedeckt sein sollten. Letztlich sollte der Grund, warum man sich gerade auf diese Stelle bewirbt, nicht fehlen (z.B. neue Herausforderung, Fortentwicklung, Spezialisierung).

Birgit Ufermann


- Wie gestalte ich meine Bewerbungsunterlagen?

F&L 4/2007 
Auch wenn jedes universitäre Fach spezifische Eigenarten und Usancen aufweist, lässt sich bezüglich der Gestaltung der Bewerbungsunterlagen ein Grundsatz aufstellen: Eine Bewerbung auf eine Professur wird positiv auffallen, wenn die Kandidatinnen und Kandidaten gut begründen, warum sie sich für diese bestimmte Stelle interessieren. Erwartet wird in aller Regel ein kompaktes, aber aussagekräftiges Anschreiben, in dem der Bezug zur Universität und zum Fachbereich hergestellt wird. Viele Berufungskommissionen arbeiten mit Synopsen, also mit anhand der Unterlagen zusammengestellten Bewerberspiegeln, in denen unterschiedliche Aspekte vergleichend aufgelistet sind. Von Vorteil sind daher von vornherein diejenigen Unterlagen, die so gestaltet sind, dass alle notwendigen Informationen schnell und korrekt erfasst werden können. Aber auch ein weiterer, nicht zu unterschätzender Punkt tritt hinzu: Der Berichterstatter, der den Bewerberspiegel zu erstellen hat, findet naturgemäß solche Bewerberinnen und Bewerber sympathisch, die ihm die Arbeit erleichtern. Hinsichtlich der Bewerbungsmappen sollte im Regelfall eine schlichte Klemmmappe gewählt werden, um eine problemlose Kopierbarkeit der Unterlagen zu gewährleisten. Ästhetisch durchaus gehaltvollere Formen, wie beispielsweise eine dreigeteilte Bewerbungsmappe sind zu vermeiden, denn diese quasi als "Tryptichon" vorgenommene Gliederung ist zweifelsohne innovativ und ansprechend, schränkt aber die Vervielfältigungsmöglichkeit ein. Hinsichtlich der nach dem Anschreiben vorzunehmenden Gliederung gibt es keine Dogmen. Bei umfangreicheren Bewerbungsmappen sollte mit einer Gliederungsübersicht operiert werden. An vielen Fakultäten hat sich überdies durchgesetzt, Merkblätter für Bewerbungsunterlagen um Professuren als "Download" zur Verfügung zu stellen. 

Dirk Böhmann


- Was macht einen erfolgreichen Probevortrag aus?

F&L 1/2010: 
In der Praxis vieler Berufungsverfahren ist zu beobachten, dass Bewerberinnen und Bewerber trotz scheinbar nicht optimaler "Papierform" von den Berufungskommissionen bei der Aufstellung der Berufungsliste berücksichtigt werden. Auch formal starken Kandidaten gelingt es oftmals nicht, im Probevortrag oder im Gespräch mit der Berufungskommission zu überzeugen, weshalb sie wider Erwarten nicht oder nicht an erster Stelle bei der Listenerstellung berücksichtigt werden. Hintergrund ist schlichtweg der Umstand, dass vielen Bewerbern die strukturelle Besonderheit eines Probevortrages nicht hinreichend geläufig ist. Denn bei einem Probevortrag handelt es sich weder um einen wissenschaftlichen Vortrag, noch um eine Lehrveranstaltung. Vielmehr wird der Probevortrag als Vortragsform sui generis aufzufassen sein. Im Rahmen eines - regelmäßig - 20-minütigen Probevortrages sollte zwingend darauf geachtet werden, zu Beginn sämtliche Teilnehmer in die Thematik einzuführen und den Vortrag mit einem verständlichen Ausblick auf die wissenschaftlichen Perspektiven zu beschließen. Insoweit wird vieles von dem richtigen Verhältnis aus nahezu allgemeinverständlichen und sehr wissenschaftsspezifischen, das heißt die konkreten Forschungsvorhaben darstellenden, Anteilen abhängen. Als Richtschnur für die Praxis kann hier das Quorum 30/70 dienen. Wird den Bewerbern ermöglicht, das Thema des Probevortrages selbst festzulegen, sollten im Regelfall Überschneidungen mit anderen Bewerbern vermieden werden. Auch der Inhalt des Probevortrags sollte insoweit ein Alleinstellungsmerkmal darstellen. Letztlich gilt es, die Zeitvorgabe der Berufungskommission möglichst exakt einzuhalten. 

Dirk Böhmann

 


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