Karriere und Berufung - Die Seminare des DHV

Das Seminarprogramm des Deutschen Hochschulverbandes eröffnet Wissenschaftlerinnen und WissenschaftlernDer besseren Lesbarkeit halber gelten alle maskulinen Personen- und Funktionsbezeichnungen auf unseren Seiten für Frauen und Männer in gleicher Weise. Es gilt: Pronuntiatio sermonis in sexu masculino ad utrumque sexum plerumque porrigitur (Corpus Iuris Civilis Dig. 50,16,195, veröffentlicht 533 n. Chr.), übersetzt: Die Redeform im männlichen Geschlecht erstreckt sich für gewöhnlich auf beide Geschlechter. die Möglichkeit, jedes Jahr an über 100 fächerübergreifenden Weiterbildungsveranstaltungen teilzunehmen.

In Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden, die auf die speziellen Anforderungen von Wissenschaftlern zugeschnitten sind, werden praxisorientiertes Wissen und konkrete Lösungskonzepte vermittelt.

Auch InHouse-Seminare sind fester Bestandteil des Programms - gerne unterbreiten wir Ihnen auf Anfrage ein maßgeschneidertes Angebot.

Nutzen Sie das Insiderwissen renommierter Hochschullehrer und qualifizierter Praktiker, um Ihre eigene Karriere zu optimieren!


Inhaltsübersicht


Neu im Programm

Der Deutsche Hochschulverband bietet am Dienstag, den 20. September 2016 in Bonn erstmals ein Seminar zum Thema EINFÜHRUNG NEUER STUDIENGÄNGE an.

Die Einführung neuer wie auch die Modifizierung bestehender Studiengänge an Hochschulen ist ein komplexer und mit vielen Fragen verknüpfter Prozess. Auf Fachbereichs- oder Fakultätsebene werden die Ziele des neuen Studiengangs formuliert und die fachlichen Schwerpunkte festgelegt. Darüber hinaus stellen sich jedoch weitere rechtliche und organisatorische Fragen, nicht zuletzt im Rahmen des Bologna-Prozesses sowie des hochschulinternen und externen Qualitätsmanagements.

Das neue DHV-Seminar bietet eine kompakte Einführung in die Thematik und greift aktuelle hochschulpolitische und -rechtliche Aspekte auf. Es richtet sich gleichermaßen an Lehrende wie auch an Experten in der Hochschulverwaltung.

Weitere Informationen zu dem Seminar finden Sie hier: www.hochschulverband.de/1444.html


Rückblick

Am 16. Juni 2016 fand in Bonn erstmalig das DHV-Seminar JUNIORPROFESSUR UND NACHWUCHSGRUPPENLEITUNG statt. Das speziell für JuniorprofessorInnen und NachwuchsgruppenleiterInnen konzipierte Seminar vermittelte einen umfassenden Überblick über die spezifischen Rechtsverhältnisse, Rechte und Pflichten sowie die speziellen Dienstaufgaben. Im Mittelpunkt standen aber auch individuelle Gestaltungselemente, wie bspw. die Evaluation bzw. Zwischenevaluation sowie Fragen eines möglichen Tenure Track Verfahrens.

Ein weiterer Termin dieses Seminars ist in Vorbereitung. Weiterführende Informationen zu dem Seminar finden Sie unter
www.hochschulverband.de/997.html


Drei Fragen an...

Dr. Nils Reschke, Intercultural Business Trainer / Moderator (IBT/M), uni-support, Düsseldorf

Warum ist Projektmanagement auch an der Hochschule wichtig?
Projektförmigkeit ist zum zentralen Paradigma in der Wissenschaft geworden. Früher hing der Erfolg wissenschaftlicher Karrieren im Wesentlichen von den Kernkompetenzen Forschung und Lehre ab. Wer sich demgegenüber heute in der Förderlandschaft behaupten will, braucht neben fachlicher und didaktischer Expertise auch starke Netzwerke und eben Fähigkeiten, Wissenschaft projektförmig zu organisieren. Dies zeigt sich konkret z.B. darin, dass DFG- oder EU-Anträge nur bewilligt werden, wenn ihnen glaubhafte Zeit- und Kostenpläne zugrunde liegen. Management-know-how ist heute also schon aus forschungsstrategischer Sicht unverzichtbar. Darüber hinaus führt die Anwendung von Methoden aus dem Projektmanagement auf die wissenschaftliche Arbeit zu mehr Planungssicherheit und dadurch auch zur Reduktion von Versagensängsten. Wer seine Forschung zielorientiert konzipiert und plant, Ressourcen abschätzt und die Umsetzung der Planung kontrolliert, minimiert Risiken, die Projekten – auch wissenschaftlichen – zwangsläufig innewohnen. In meinen Workshops erlebe ich oft, wie der "technische" Zugriff auf die eigene Forschung als Projekt häufig überhaupt erst zum Gefühl führt, diese zu beherrschen anstatt von ihr beherrscht zu werden. Projektplanung steht also nicht im Gegensatz zur wissenschaftlichen Freiheit, sondern schafft überhaupt erst Platz für sie: Wer solide plant, hat den Kopf für kreatives Chaos frei.

Wo gibt es bei Projektarbeit die meisten Schwierigkeiten?
Nach einer Untersuchung der Gesellschaft für Projektmanagement (GPM) scheitern Projekte am  häufigsten an unklaren Zielen. Im Rahmen eines Projekt-Kick-Off-Meetings sollte man sich daher Zeit nehmen, die in Antragsprosa häufig (nur) wohlklingenden Ziele zu operationalisieren und in konkrete Arbeitsschritte zu übersetzen. Für die Zielerreichung ist ferner hilfreich, am Anfang eines Projekts Erwartungen, Aufgaben und Verantwortungen zu klären, sich auf ways of working zu verständigen und diese auch zu dokumentieren. Häufig wird das Verständnis von Projektmanagement hingegen nur auf die Anwendung von Planungstechniken reduziert – und gelegentlich erwarten Workshop-Teilnehmende auch, z.B. mit Software-Programmen als Wunderwaffen sämtliche Projektprobleme lösen zu können. Um nicht missverstanden zu werden: Techniken helfen, Projekte zu steuern, und demgemäß führen meine Workshops auch in geläufige Techniken wie Projektstrukturpläne (PSP) oder Ablaufpläne (Gantt-Charts) ein. Daneben sollte man aber den „Faktor Mensch“ in den Mittelpunkt stellen, denn wie Tom de Marco treffend bemerkt hat, scheitern Projekte i.d.R. nicht an der Technik, sondern an Menschen. Gemäß einer Studie der drei deutschsprachigen Forschungsgemeinschaften lässt sich das Gelingen wissenschaftlicher Projekte zu 30% auf Methoden und zu 70% auf die Verhaltensdimension (Führung, Kommunikation, Motivation) zurückführen.

Worin liegen die Besonderheiten des Projektmanagements in der Wissenschaft?

Selbstverständlich lässt sich "Wissensproduktion" nicht im gleichen Maße planen wie der Produktionsprozess eines Wirtschaftsunternehmens, sagen wir der Bau eines Autos. Kreativität und Forschungsfortschritte fügen sich nicht – v.a. nicht in den Sozial- und Geisteswissenschaften – restlos dem Willen und Planungslogiken. Darüber hinaus stellen die Rahmenbedingungen des Öffentlichen Dienstes besondere Herausforderungen für die Projektleitung dar. Denn anders als im Unternehmenskontext hat die Projektleitung an Hochschulen selten freie Personalauswahl, weil die Projektmitarbeiter ja i.d.R. auch in Linienfunktion tätig sind. So gefährden etwa befristete Verträge und hohe Mitarbeiterfluktuation, aber auch mangelhafte Projekt-Dokumentationen häufig die Kontinuität wissenschaftlicher Projekte. Hinzu kommt schließlich, dass Projektleitungen aufgrund der Gleichberechtigung der Peers – v.a. auf derselben Karrierestufe – häufig keine unmittelbare disziplinarische Weisungsbefugnis haben.

All dies bedeutet nun allerdings nicht, dass Projektleitungen in der Wissenschaft machtlos sind oder Projektmanagement-Instrumentarien an Hochschulen versagen.  Vielmehr gilt es die Besonderheiten wissenschaftlicher Arbeit z.B. durch angemessene Puffer bei der Zeitplanung zu berücksichtigen und das Projekt-Team mit Techniken der Lateralen Führung zum Erfolg zu führen. Win-Win-Situationen und Deals, Motivation und Identifikation, stringente Führung und nicht zuletzt die Qualität des gemeinsamen Forschungswegs haben schon manchen Einzelgänger in der Wissenschaft zum Projekt- und Teamplayer aus Überzeugung werden lassen.


Dr. Nils Reschke ist Referent bei den DHV-Seminaren "Projektmanagement an der Hochschule" und "Zeit- und Selbstmanagement".


Termine

Die nächsten Seminartermine sind:

August 2016

DO 18. - Verhandlungen bei Erstberufung, Mannheim

DO 25. - Berufungspraxis aktuell, Bonn 

FR 26. - Die Professur - Rechte und Pflichten, Berlin


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Leiter Projektmanagement

Dr.phil. Ulrich Josten
Rheinallee 18-20
53173 Bonn
Tel.: 0228/902 66-34
Fax: 0228/902 66-97
E-Mail: josten(at)hochschulverband.de

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