Forschungsskandal kleiner als befürchtet

Die Affäre um angeblich erfundene Publikationen an einem Sonderforschungsbereich der Universität Göttingen ist weniger gravierend als bisher angenommen (vgl. Newsletter 5 und 6/2009). Das geht aus dem Bericht der von der Universität eingesetzten Untersuchungskomission hervor, die sich mit den Vorwürfen gegen 16 Wissenschaftler befasst hat. Erfundene oder falsche Texte hat es demnach nicht gegeben.

In die Publikationslisten, die  einem Antrag auf Fördermillionen an die Deutsche Forschungsgemeinschaft beigefügt waren, habe ein Forscher drei bis dahin noch nicht fertiggestellte Manuskripte aufgeführt. Drei weitere führende Wissenschaftler hatten fälschlich angegeben, ihre Arbeiten seien bereits bei wissenschaftlichen Journalen zur Veröffentlichung eingereicht.

Die vier Wissenschaftler, denen ein grob fahrlässiges Fehlverhalten attestiert wurde, müssen jetzt mit disziplinarischen Konsequenzen rechnen. Schwerwiegende Maßnahmen wie etwa die Entfernung aus dem Dienst werde es aber nicht geben, erklärte der Präsident der Göttinger Universität, Professor Kurt von Figura. Die Forscher hätten ohnehin erheblich an der Beschädigung ihrer wissenschaftlichen Reputation zu tragen.
www.uni-goettingen.de/de/114712.html