"Hochschulstandort Baden-Württemberg braucht Wissenschaftsfreiheit"

14.02.14

Gemeinsame Pressemitteilung des Deutschen Hochschulverbands und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels

Deutscher Hochschulverband und Börsenverein warnen vor geplanter
Zweitveröffentlichungsregelung in Landeshochschulgesetz//Baden-Württemberg / Kritik: Vorgenommene Änderungen unzureichend / Appell an Landtagsfraktionen/


Der Deutsche Hochschulverband (DHV) und der Börsenverein des Deutschen
Buchhandels appellieren an die Abgeordneten des baden-württembergischen
Landtags, den jetzt vorgelegten Entwurf eines Dritten Gesetzes zur
Änderung hochschulrechtlicher Vorschriften zu ändern. Die Kritik richtet
sich gegen eine geplante Norm im Landeshochschulgesetz, nach der
baden-württembergische Hochschulangehörige durch die Satzung der
Hochschule gezwungen werden können, Beiträge zu Fachzeitschriften oder
Festschriften in sogenannten Open Access-Repositorien ein zweites Mal zu
veröffentlichen.

"Wer wissenschaftlichen Autoren die freie Entscheidung nimmt,
Forschungsergebnisse so zu veröffentlichen, wie sie es selbst für
richtig halten, gefährdet Wissenschaft und Forschung.  Der
Hochschulstandort Baden-Württemberg schadet seiner Attraktivität, wenn
Zwang an die Stelle von Wissenschaftsfreiheit und Urheberrecht tritt",
sagt Professor Dr. Bernhard Kempen, Präsident des DHV.

"Wird die geplante Regelung umgesetzt, können deutschsprachige
wissenschaftliche Zeitschriften in vielen Bereichen gar nicht mehr oder
nur noch ohne Beiträge baden-württembergischer Wissenschaftler
erscheinen. Die Wissenschaftsverlage im Börsenverein stehen dem
Publikationsweg Open Access offen und aktiv gegenüber. Nicht akzeptabel
ist für uns jedoch, dass das Land Baden-Württemberg flächendeckend
Leistungen von Wissenschaftsverlagen nutzen will, ohne sich an deren
Finanzierung angemessen zu beteiligen", sagt der Vorsitzende des
Verleger-Ausschuss des Börsenvereins, der Stuttgarter Verleger Matthias
Ulmer.

Eine ausführliche Stellungnahme des Börsenvereins zu der von der
baden-württembergischen Landesregierung geplanten Regelung in ihrer
aktuellen Fassung ist abrufbar unter:

Stellungnahme drittes Hochschulrahmengesetz BaWü

Kontakt für die Medien:

Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.
Claudia Paul, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon +49 (0) 69 1306-293,
E-Mail: paul(at)boev.de

Thomas Koch, Presse-Referent
Telefon +49 (0) 69 1306-292, 
E-Mail: t.koch(at)boev.de 

Deutscher Hochschulverband
Dr. Matthias Jaroch, Pressesprecher
Tel. 0228/902 6615
E-Mail: jaroch(at)hochschulverband.de 


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