Universität Hannover für faire und transparente Berufungsverhandlungen ausgezeichnet

14.12.15

DHV-Gütesiegel zum neunten Mal vergeben

Der Leibniz-Universität Hannover ist als erster niedersächsischer Universität und bundesweit neunter Hochschule das Gütesiegel des Deutschen Hochschulverbandes (DHV) für faire und transparente Berufungsverhandlungen verliehen worden. Zuvor waren bereits die RWTH Aachen, die Universität zu Köln, die TU Kaiserslautern, die FernUniversität in Hagen, die Universität Duisburg-Essen, die Universität Bremen, die Universität Siegen und die Universität der Bundeswehr München ausgezeichnet worden.

Bewerberinnen und Bewerber um eine an der Leibniz-Universität ausgeschriebene Professur lobten das gute Verhandlungsklima und die hohe Bereitschaft von Seiten der Universität, auf ihre individuellen Belange einzugehen, teilte der DHV mit. Auf zentraler und dezentraler Ebene lägen die Berufungsverhandlungen in den Händen des Dekans, des Hauptberuflichen Vizepräsidenten und des Präsidenten. Erstberufenen würden neben dem Grundgehalt unbefristete, ruhegehaltfähige und dynamisierte Leistungsbezüge gewährt. Auch die "Ausstattungspakete" seien regelmäßig gut. Darüber hinaus verfüge die Leibniz-Universität über ein breit gefächertes "Implacement"-Angebot, zu dem neuerdings auch Maßnahmen der Personalentwicklung (Erstberatung, individuelle Coaching-Sequenzen, Qualifizierungsangebote in Lehre und Führung) gehören.  Bereits seit 2009 gebe es einen zentralen Ansprechpartner für Neuberufene. Ein "Dual Career"-Service für die Partner und Partnerinnen neuberufener Professorinnen und Professoren sowie ein spezieller Familienservice, der beispielsweise die Vermittlung von Kindergartenplätzen und Schulempfehlungen vorhält, zeichneten die mit dem "Audit Familiengerechte Hochschule" zertifizierte Universität aus. Insgesamt sei die LUH fortlaufend bestrebt, ihre Berufungskultur dynamisch fortzuentwickeln.

Lediglich punktuell sieht der DHV noch Verbesserungspotenzial. Ein "Verhandlungsleitfaden" und eine "one stop agency" rund um den Verhandlungsprozess zum Zwecke der Ruforientierung der Rufinhaber wären wünschenswert. Die auf fünf Jahre beschränkten Ausstattungszusagen sollten durch die Definition einer nicht revozierbaren Grundausstattung ergänzt oder über individuelle und prospektive Ziel- und Leistungsvereinbarungen perpetuiert werden können. Wünschenswert sei zudem, Juniorprofessoren an der Leibniz-Universität wie ihren W2- und W3-Kollegen einen Verhandlungstermin bei der Hochschulleitung einzuräumen. Ebenso könnten die sehr gut aufgestellten Eingliederungsangebote den Neuberufenen gegenüber noch proaktiver kommuniziert werden. 

"Für die Gewinnung hervorragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist eine umsichtige Berufungspolitik Voraussetzung. Das DHV-Gütesiegel zeichnet Universitäten mit hoher Berufungskultur aus, umfasst zugleich aber auch Empfehlungen, wie Berufungsverhandlungen und -verfahren fortlaufend weiter verbessert werden können", erklärte der Präsident des DHV, Professor Dr. Bernhard Kempen. 

Wesentliche Grundlage des DHV-Gütesiegels ist ein gewichteter Fragebogen mit 42 Fragen, den der DHV auf Grund seiner Beratungserfahrung in Berufungsverfahren entwickelt hat. Der DHV berät Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ca. 70 Prozent aller Berufungs- und Bleibeverhandlungen in Deutschland. Der Schwerpunkt in der Bewertung wurde auf Fairness, Wertschätzung, Transparenz und Verlässlichkeit in den Berufungs- und Bleibeverhandlungen gelegt. Stellungnahmen der begutachteten Hochschule flossen in die Bewertung ebenfalls ein. Hinzu kamen Interviews mit an die jeweilige Hochschule berufenen Professoren zu ihren Erfahrungen im Berufungsverfahren sowie das Erfahrungswissen der DHV-Justitiare.
    
Weitere Informationen zum DHV-Gütesiegel gibt es unter:    
www.hochschulverband.de/cms1/guetesiegel.html


Zurück zur Übersicht ...

Suche / Quickfinder

 

rss-feed   facebook   youtube

Pressemitteilungen per E-Mail

Wenn Sie sich die Pressemitteilungen des Deutschen Hochschulverbandes zuschicken lassen oder sich aus dem Presseverteiler austragen möchten, schreiben Sie bitte eine kurze Nachricht an:
presse(at)hochschulverband.de.

Pressesprecher

Dr. phil. Matthias Jaroch
Tel.: 0228/902 66-15
Fax: 0228/902 66-90
E-Mail: jaroch(at)hochschulverband.de

© Deutscher Hochschulverband