DHV-Ministerranking: Bauer verteidigt Titel vor Wanka

16.02.16

Kramp-Karrenbauer, Möllring und Schulze als Schlusstrio - Wissenschaftler bleiben mit Ministern eher unzufrieden

Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg, ist von den Mitgliedern des Deutschen Hochschulverbandes (DHV) nach 2013 und 2015 zum dritten Mal zur "Wissenschaftsministerin des Jahres" gewählt worden. Ihre hochschul- und wissenschaftspolitischen Leistungen wurden im diesjährigen DHV-Ministerranking mit der Note "Befriedigend Plus" (2,62/Vorjahr: 2,85) am besten bewertet. Bauer (Bündnis 90/Die Grünen) wird eine ausgeprägte Bereitschaft zum Dialog, politische Rationalität, partiell sogar Exzellenz attestiert. Sie behauptete ihre Spitzenposition vor der Vorjahreszweiten, der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Professorin Dr. Johanna Wanka (Note: 3,24/Vorjahr: 3,26). Ihr bescheinigten die DHV-Mitglieder erneut hohe Kompetenz und Glaubwürdigkeit, aber zu geringe öffentliche Präsenz sowie Durchsetzungsfähigkeit im Kabinett. Dritte und damit höchstplatzierte Neueinsteigerin wurde die sächsische Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange (SPD), die die Note 3,28 erhielt und damit eine halbe Note besser als ihre Amtsvorgängerin, die Vorjahreszehnte Professorin Dr. Sabine von Schorlemer (parteilos) (Note: 3,87), abschnitt. Gewählt werden konnten nur Minister, die zu Beginn der Abstimmung mindestens 100 Tage im Amt waren. Andernfalls stand der Amtsvorgänger bzw. die Amtsvorgängerin zur Abstimmung. 

Das Mittelfeld auf den Plätzen vier und fünf führen Bayerns Superminister Dr. Ludwig Spaenle (Note: 3,41, Vorjahr: 3,66) und Thüringens Minister Wolfgang Tiefensee (Note: 3,47) an. Dahinter folgt Hamburgs neue Senatorin Katharina Fegebank (Bündnis 90/Die Grünen) (Note: 3,50), die um eine Note besser als ihre Amtsvorgängerin, die Vorjahreszwölfte  Dr. Dorothee Stapelfeldt (SPD) (Note: 4,52), bewertet wurde. Platz sieben ging an Hessens Minister Boris Rhein, der im Vergleich zum Vorjahr drei Plätze einbüßte (Note: 3,53, Vorjahr: 3,52).

Zum siebten Mal wurde der/die "Wissenschaftsminister/-in des Jahres" in einer Online-Umfrage unter den 29.500 Mitgliedern des Verbandes ermittelt. Anhand eines Eigenschaftskatalogs konnten die DHV-Mitglieder die Kompetenzen und Fähigkeiten der Landeswissenschaftsminister und der Bundesministerin für Bildung und Forschung umfassend beurteilen. An der Abstimmung vom 16. November bis 18. Dezember 2016 nahmen 2.828 Wissenschaftler teil. Sie stellten ihren Wissenschaftsministern ein allenfalls mäßiges Zeugnis aus. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Durchschnittsnote zwar von 4,05 auf 3,76 verbessert. Durchgängig wurde den Ministern jedoch unabhängig von ihrer Platzierung Unkenntnis des Universitätsbetriebs und Desinteresse am intellektuellen Leben bescheinigt.

Im diesjährigen DHV-Ministerranking verlor das Land Rheinland-Pfalz fünf Plätze. Ministerin Vera Reiß landete auf Rang 8 (Note: 3,55). Mecklenburg-Vorpommerns Minister Mathias Brodkorb (SPD) rutschte von Platz 6 auf Platz 9 ab (Note: 3,59, Vorjahr: 3,77). Platz zehn und elf belegten Schleswig-Holsteins Ministerin Kristin Alheit (SPD) (Note: 3,76) und ihre Brandenburger Kollegin Professor Dr. Sabine Kunst (SPD) (Note: 3,91, Vorjahr: 4,19). Niedersachsens Ministerin Dr. Gabriele Heinen-Kljajic (Bündnis 90/Die Grünen) verschlechterte sich gegenüber dem Vorjahr erneut und fiel von Rang neun auf Platz zwölf zurück (Note: 3,91/Vorjahr: 3,95). Platz 13 ging an Berlins Senatorin Sandra Scheeres (SPD) (Note: 4,09/Vorjahr: 4,50). Als Drittletzte platzierte sich erstmals die saarländische Ministerpräsidentin und Wissenschaftsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) (Note: 4,31). Den letzten Platz tauschte Sachsen-Anhalts Minister Hartmut Möllring (CDU) (Note: 4,58/Vorjahr: 4,92) mit Svenja Schulze (SPD) aus Nordrhein-Westfalen (Note: 4,62/Vorjahr: 4,84), die insbesondere wegen des als autonomiefeindlich empfundenen Hochschulzukunftsgesetzes kritisiert wurde. 

In die Bewertung kamen nur Minister, für die mindestens 50 Bewertungen abgegeben wurden. Das erforderliche Quorum verfehlte allein Bremens Senatorin Professorin Dr. Eva Quante-Brandt (SPD) mit 37 Stimmen. 
Wissenschaftlich begleitet wurde das Ranking vom Zentrum für Evaluation und Methoden der Universität Bonn. Das detaillierte Ergebnis ist in der März-Ausgabe der Zeitschrift "Forschung & Lehre" und kann unter dem Link  
www.hochschulverband.de/ranking-dhv_2016.pdf abgerufen werden. 


Dateien zum Download:

ranking-dhv_2016.pdf1.2 M


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