Universitäten wollen einen Beitrag zur nachhaltigen Integration von Flüchtlingen leisten

06.04.16

Kempen: "Bildungsinstitutionen kommt Schlüsselfunktion bei Integration zu."

Der Deutsche Hochschulverband (DHV) hat Bund und Länder dazu aufgefordert, die Hochschulen bei der Integration von Flüchtlingen bedarfsgerecht zu unterstützen. "Bei der Eingliederung von Menschen, die Schutz vor Krieg, Tod und Vertreibung in Deutschland suchen, kommt allen Bildungseinrichtungen eine Schlüsselfunktion zu. Die deutschen Universitäten und die in ihnen tätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stehen für Weltoffenheit und wollen ihren Beitrag zur nachhaltigen Integration von Flüchtlingen leisten", erklärte DHV-Präsident Professor Dr. Bernhard Kempen. 

Kempen betonte, dass sprachliche und fachliche Studienvoraussetzungen von jedem Studierenden erfüllt werden müssten. Abstriche von Leistungsstandards dürfe es für studierwillige Flüchtlinge weder bei der Studienzulassung noch bei Prüfungen geben. Um ihnen eine gezielte, auf ihre individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten zugeschnittene Studienberatung vor und während des Studiums anbieten zu können, empfahl der DHV-Präsident den Hochschulen, sogenannte "Willkommenslotsen" einzurichten.

Höchste Priorität müsse darüber hinaus auf dem Ausbau von Kursen in der Sprache Deutsch liegen. Weitere englischsprachige Studienangebote könnten zwar vielen Flüchtlingen einen Studieneinstieg erleichtern. "Für eine nachhaltige Integration in Deutschland bleiben jedoch Kenntnisse in der Landessprache unentbehrlich. Ein "deutschfreies" Studium ist nur eine Scheinlösung", betonte Kempen. Damit Flüchtlinge fehlende fachliche Studienvoraussetzungen erwerben könnten, sei die Erweiterung des Angebots von Studienkollegs zu forcieren. Online-Angebote zur sprachlichen und fachlichen Studienvorbereitung könnten Präsenzangebote zwar ergänzen, nicht jedoch ersetzen. "Dazu fehlt in der Regel das für den Lernerfolg erforderliche stabile Lernumfeld, insbesondere wenn Flüchtlinge in Sammelunterkünften leben. Die Hoffnung, mittels digitaler Lehrinhalte die Integrationskosten spürbar senken zu können, trügt", konstatierte der DHV-Präsident.

Flüchtlinge, die ein Studium aufnähmen, bräuchten Klarheit über ihren Aufenthaltsstatus durch zügige Asylverfahren. Sie benötigen zudem finanzielle Unterstützung und sollten bei einem erfolgreichen Abschluss über eine zeitliche Bleibeperspektive von mindestens zwei Jahren verfügen, so der DHV-Präsident weiter. 

Auch müssten Universitäten und Forschungseinrichtungen in die Lage versetzt werden, bedrängten Forschern eine Perspektive zu eröffnen, damit diese ihre Arbeit fortsetzen und gegebenenfalls in nicht allzu ferner Zukunft am Wiederaufbau ihrer Heimat mitwirken könnten. Universitäten und außeruniversitäre Einrichtungen seien dazu aufgerufen, bedrängte Wissenschaftler nach Maßgabe ihrer Qualifikation ins deutsche Wissenschaftssystem zu integrieren.    


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