Kempen: "Asynchrone Semestertaktung fördert Mobilität"

31.03.09

Deutscher Hochschulverband lehnt Verschiebungspläne der Hochschulrektorenkonferenz ab

Nr. 11/2009
Düsseldorf/Bonn, 31. März 2009

Der Deutsche Hochschulverband (DHV) fordert die Länder dazu auf, an der bisherigen Semestereinteilung festzuhalten. Die Pläne der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), die Semesteranfangszeiten von April auf März und von Oktober auf September vorzuverlegen, lehnt die Berufsvertretung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland ab: "Die Harmonisierung von Vorlesungszeiten soll internationale Mobilität fördern, bewirkt tendenziell jedoch das Gegenteil", erklärte der Präsident des DHV, Professor Dr. Bernhard Kempen. "Die Zeitversetzung in den akademischen Kalendern ermöglicht bislang kurzzeitige Gastaufenthalte, ohne dass deutsche und ausländische Wissenschaftler ihre Semesterlehrver-pflichtungen an der heimischen Universität vernachlässigen müssen. Gerade der transatlanti-sche Wissenschaftleraustausch lebt von der bisherigen asynchronen Semestertaktung, die Mobilität beflügelt und nicht behindert."

Eine Behinderung des internationalen Austausches für Studierende durch die bisherige Semestereinteilung habe nicht nachgewiesen werden können. Lösungsansätze für die mit der Umstellung verbundenen Folgeprobleme seien nicht erkennbar. Bei einer Neueinteilung der Semesterzeiten fehlten den Hochschulen hinreichende Zeiträume für Zulassungs- und Auswahlverfahren der Studienanfänger. "Die Abiturnote, die nach wie vor ein zentraler Indikator für die Prognose des Studienerfolgs ist, darf nicht entwertet werden", so Kempen. Nicht sichergestellt sei, dass Studierende auch weiterhin Praktika ohne Studienzeitverlust durchführen könnten. Nicht abzusehen sei, so Kempen weiter, dass Kongresstermine neu organisiert würden, um Überschneidungen mit den neuen Semesterzeiten zu vermeiden. Nicht erkennbar sei auch, dass bei einer Neuregelung der Semesterzeiten familiengerechte Regelungen erhalten blieben, die es Lernenden und Lehrenden mit Kindern ermöglichen, Ferienzeiten gemeinsam zu verbringen.

"Durch den Wegfall des Monats September geht wertvolle Zeit verloren, in der günstige Forschungsbedingungen herrschen", betonte Kempen. Mit der Umstellung auf semestergenau angesetzte Module sei ein exponentieller Anstieg der Hochschulprüfungen auf Kosten der Forschungszeit erfolgt. Es müssten aber möglichst große Zeitblöcke vorlesungs- und prü-fungsfreier Zeit erhalten bleiben, die ausschließlich für die gleichwertige Dienstaufgabe Forschung reserviert sein müssten.

"Die Vorteile der bestehenden Regelung werden verschwiegen. Angebliche Vorteile der Neuregelung sind nicht belegbar", erklärte Kempen abschließend. "Nicht einmal die Nachtei-le der bisherigen Regelung und damit ein Reformbedarf sind nachweisbar."

- Der Deutsche Hochschulverband ist die bundesweite Berufsvertretung der Wissenschaftlerinnen und Wissen-schaftler in Deutschland  mit über 24.000 Mitgliedern. -


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