DHV will zu Boykott gegen Programmakkreditierung aufrufen

31.03.09

Kempen: "Es reicht - diesem Unsinn muss eine Ende gemacht werden!"

Nr. 12/2009
Düsseldorf/Bonn, 31. März 2009

Der Deutsche Hochschulverband (DHV) will seinen Forderungen nach einer grundlegenden Umgestaltung des Akkreditierungswesens in Deutschland notfalls dadurch Nachdruck verleihen, dass er seine 24.000 Mitglieder aufrufen wird, sich als Gutachter für Programmakkreditierungen zukünftig nicht mehr zur Verfügung zu stellen. "Die Wissenschaftler sind nicht länger bereit, an diesem Unfug mitzuwirken", erklärte der Präsident des DHV, Professor Dr. Bernhard Kempen.

Die bisherigen Bestrebungen des Akkreditierungsrates und der Kultusministerkonferenz, die sogenannte Programmakkreditierung, die Akkreditierung einzelner Studiengänge, durch eine sogenannte Systemakkreditierung, die Akkreditierung eines umfassenden Qualitätssiche-rungssystems, zu ersetzen, hätten keine Missstände behoben: "Die Akkreditierung in Deutschland ist teuer, bürokratisch, langsam, ineffizient, rechtlich zweifelhaft und autonomiefeindlich. Durch den Zwang zur regelmäßigen Reakkreditierung wird dieses Unwesen auf unabsehbare Zeit fortgeschrieben", so Kempen.

Der DHV fordere, eine obligatorische Programmakkreditierung von Universitäten ersatzlos abzuschaffen. "Die Universitäten sind selbst in der Lage, Studieninhalte und -rogramme festzulegen. In einem wettbewerblichen System bedürfen sie dafür keiner halbstaatlichen Kontrolle und Lizenzierung", heißt es dazu in einer Resolution des DHV-Tages.

Der DHV legt zugleich einen konkreten Gesetzesvorschlag vor. Danach sollen die Hochschulen gesetzlich verpflichtet werden, binnen zwei Jahren ein Qualitätsmanagementsystem zu errichten, das alle Aspekte der akademischen Lehre umfasst. Die Akkreditierungsagenturen sollen nach Wegfall der Programmakkreditierung die Hochschulen bei der Implementierung und Weiterentwicklung von Qualitätsmanagementsystemen beraten. Zudem sollen sie nicht mehr die Zertifizierung von Mindeststandards, sondern von Höchststandards übernehmen. "Es muss den Hochschulen freigestellt bleiben, ob sie auf dieser Basis eine Zertifizierung anstreben. Das gehört zu ihrer Autonomie", betonte Kempen.

- Der Deutsche Hochschulverband ist die bundesweite Berufsvertretung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland  mit über 24.000 Mitgliedern. -


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