Beide Verbände betonen, dass die Sicherung von Bildungsqualität und die Verwirklichung des Leistungsprinzips über die gesamte Bildungskette hinweg zentrale Aspekte erfolgreicher Bildungspolitik sein müssen.
Eine Erhöhung der Anzahl der Leistungskurse von bisher zwei auf drei begrüßen DHV und SPhV gemeinsam als vielversprechenden Beitrag zu diesem Ziel. „Strukturelle Maßnahmen müssen aber von inhaltlichen Verbesserungen begleitet werden, wenn sie nachhaltig wirken sollen. Abiturientinnen und Abiturienten müssen verlässliches Wissen und Können aus der Schule mitbringen, auf dem die Universität dann aufbauen kann“, betont Guido Kickelbick, der Vorsitzende des DHV-Landesverbands Saarland. Die Hochschulen beobachten zunehmend Lücken bei Grundkenntnissen und Grundfertigkeiten und müssten dies bereits in den ersten Semestern durch Vor- und Brückenkurse ausgleichen.
Beide Verbände sprechen sich für Vertiefung statt Stofffülle aus: weniger Themen, dafür intensiveres Üben und mehr verlässliches Wissen und Können. Marcus Hahn, Vorsitzender des SPhV, ergänzt: „Im Fachunterricht angestrebte Kompetenzen müssen klar und verbindlich mit konkreten Inhalten hinterlegt werden. Nur dann schaffen Lehrpläne einen Orientierungs- und Handlungsrahmen für Unterrichtserfolg.“ Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftler der Hochschulen sollten daher in die Lehrplanentwicklung und die Gestaltung der Leistungsstandards einbezogen werden.
Die Grundlagen für schulischen Erfolg werden früh gelegt. Deshalb fordern DHV und SPhV angesichts der enttäuschenden PISA-Ergebnisse eine durchgehende Stärkung des Leistungsprinzips. „Schülerinnen und Schüler müssen solide Fähigkeiten in der deutschen Sprache in die Schule mitbringen, um überhaupt mit Aussicht auf Erfolg am Unterricht teilnehmen zu können. Am Ende der Grundschulzeit müssen ebenso verlässliche Fähigkeiten im Lesen, Schreiben, Verstehen und Rechnen vorhanden sein, die die Voraussetzung für den Erwerb von Wissen und Können bilden“, so Marcus Hahn weiter. Beide Verbände sprechen sich für eine stärkere Verbindlichkeit der Schullaufbahnempfehlung aus.
Darüber hinaus formulieren DHV und SPhV weitere gemeinsame Anliegen, die aus ihrer Sicht entscheidend sind, um Bildungsqualität und Studierfähigkeit langfristig zu sichern.
Aus Sicht des DHV muss für angehende Abiturientinnen und Abiturienten der Fachunterricht gestärkt werden. „Gerade die Förderung leistungsstärkerer Schülerinnen und Schüler ist noch längst nicht zufriedenstellend – besonders in den Naturwissenschaften“, so Guido Kickelbick. In diesem Bereich sieht der DHV auch bei der Zusammenarbeit zwischen Universität und Gymnasien im Saarland noch Entwicklungspotenzial, etwa beim Experimentalunterricht und der forschungsnahen Gestaltung der Lehrpläne.
Nicht zuletzt müsse die Lehrkräftebildung weiterentwickelt werden. Dazu gehören eine stärkere fachwissenschaftliche Tiefe im Studium, eine bessere Verzahnung von Studium und Vorbereitungsdienst sowie regelmäßige fachwissenschaftliche Fortbildungen an den Hochschulen. Zugleich sollte der schulpraktische Anteil im Lehramtsstudium reduziert und stärker in den Vorbereitungsdienst verlagert werden, weil schulpraktische Vorgehensweisen dort unmittelbarer erprobt, reflektiert und nachhaltig verankert werden können. Aus diesem Grund sollte der Vorbereitungsdienst von drei auf vier Halbjahre verlängert werden. Das Studium selbst müsse demgegenüber die fachwissenschaftliche Bildung wieder stärker in den Mittelpunkt rücken.