Der Landesverband Nordrhein-Westfalen


Der Landesverband

Der Landesverband Nordrhein-Westfalen im Deutschen Hochschulverband setzt sich speziell für die Interessen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an den Hochschulen ein. Er nimmt im Rahmen von Gesetzgebungsverfahren, die das Hochschul- und Beamtenrecht betreffen, an Anhörungen teil und gibt hierzu Stellungnahmen ab. Des Weiteren hält er Kontakt zu den hochschulpolitisch Handelnden in Nordrhein-Westfalen.


Landesverbandsvorsitzender Nordrhein-Westfalen

Universitätsprofessor Dr. Christian von Coelln
Universität zu Köln
Institut für Deutsches und Europäisches Wissenschaftsrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät
E-Mail: cvcoelln@uni-koeln.de


Ehrenvorsitzender

Universitätsprofessor Dr. Wolfgang Löwer
Universität Bonn
Institut für Öffentliches Recht
Rechts- u. Staatswissenschaftliche Fakultät
E-Mail: wolfgang.loewer@t-online.de


Landesgeschäftsführer

Rechtsanwältin Dr. iur. Yvonne Dorf
Rheinallee 18-20
53175 Bonn
Tel.: 0228/902 66-93
Fax: 0228/902 66-80
E-Mail: dorf@hochschulverband.de 


Aus dem Jahresbericht 2019

Widerstand gegen den Verlust des Promotionsmonopols

Mit Vehemenz hat der nordrhein-westfälische Landesverband gegen den Verlust des Promotionsmonopols der Universität durch die Novelle des nordrhein-westfälischen Landeshochschulgesetzes protestiert. Sowohl in einer ergänzenden schriftlichen Stellungnahme zum Gesetzentwurf als auch in der Anhörung im Wissenschaftsausschuss am 4. April 2019 im Düsseldorfer Landtag hat der Landesverband vor einer Schwächung des deutschen Wissenschaftssystems und einer Verwässerung der bestehenden hohen Qualität der Promotionen in Nordrhein-Westfalen gewarnt. Mehrere Presseerklärungen begleiteten den Protest. Der Landesverbandsvorsitzende warnte in einem Gastbeitrag in der FAZ davor, „den Doktor nicht mit dem Bade ausschütten“ und vor Promotionen unterschiedlicher Qualität. Die neuen Regelungen des Hochschulgesetzes NRW sind ungeachtet des Votums von DHV und Landesrektorenkonferenz gleichwohl zum 1. Oktober 2019 in Kraft getreten. Viele Neuregelungen des Entwurfs werden vom Landesverband nachdrücklich begrüßt, insbesondere der Wegfall der Rahmenvorgaben durch die Ministerien, die autonomiefreundliche Delegation der Zivilklausel indie Grundordnung, der Wegfall des Landeshochschulentwicklungsplanes und eine die Hochschulselbstverwaltung und die Autonomie der Hochschulen wahrende Regelung zur Mitbestimmungder einzelnen Mitgliedergruppen.

Politische Gespräche

Das Zugeständnis der Regierungskoalitionäre, den Fachhochschulen in NRW ein Promotionsrecht einzuräumen, war neben anderen Themen auch Gegenstand eines Gesprächs am 14. November 2019 mit Herrn Seifen MdL (AfD), Vorsitzender des Wissenschaftsaus-schusses im Landtag NRW, und am 5. Dezember mit Frau Beihl MdL, hochschulpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion NRW.

Veranstaltungen

Auf Einladung der DHV-Gruppe Aachen stellte der Landesverbandsvorsitzende in einem Vortrag an der RWTH am 30. Oktober 2019 das neue Hochschulgesetz NRW und einzelne Änderungen wie die mögliche Bauherreneigenschaft und Eigentümerverantwortung der Hochschulen sowie die Neuregelungen zur Anwesenheitspflicht und zur Wahl und Abwahl des Rektors vor. Die DHV-Gruppe Düsseldorf hat einen Diskussionsabend mit der Rektorin Steinbeck zur örtlichen Vergabe von besonderen Leistungsbezügen durchgeführt.Der Landeskonvent NRW tagte traditionell dreimal. In den DHV-Gruppen in Aachen, Bielefeld, Bochum und Dortmund wurden im Berichtszeitraum neue Vorstände gewählt.


Aktuelles und Sachthemen


Für die Öffnung des Promotionsrechts für Fachhochschulen besteht kein Grund!

DHV-Landesverband NRW gegen "Promotionskolleg für angewandte Wissenschaften"
Der Landesverband Nordrhein-Westfalen im Deutschen Hochschulverband (DHV) lehnt den Vorstoß der Regierungsfraktionen von CDU und FDP im nordrhein-westfälischen Landtag ab, das bestehende Graduierteninstitut für Angewandte Forschung der Fachhochschulen in NRW (GI NRW) in ein Promotionskolleg überzuführen, dessen Fachbereichen das Promotionsrecht verliehen werden kann. "Das ist ein falsches Signal und eine nicht notwendige Regelung, die keineswegs die Qualität der Promotionen sichert, sondern die bestehende hohe Qualität der Promotionen in Nordrhein-Westfalen in Zukunft ohne Grund verwässert", erklärte der Vorsitzende des DHV im Landesverband Nordrhein-Westfalen, Professor Dr. Christian von Coelln. "Das Promotionsrecht muss Alleinstellungsmerkmal der Universitäten und ihr gleichstehender Hochschulen bleiben."

Universitäten und Fachhochschulen hätten verschiedene, sich ergänzende Aufgaben. Fachhochschulen profilierten sich vor allem über anwendungsorientierte und praxisbezogene Ausbildung, Universitäten dagegen vornehmlich über Grundlagenforschung und Ausbildung durch Wissenschaft. "Die Öffnung des Promotionsrechts für Fachhochschulen führt zu einer Einebnung der verschiedenen Hochschularten, einer Verwischung ihrer unterschiedlichen Aufgaben in Ausbildung und Wissenschaft und damit zu einer Schwächung des deutschen Wissenschaftssystems insgesamt", betonte von Coelln.

Von Coelln wies darauf hin, dass Fachhochschulprofessorinnen und –professoren ein doppelt so hohes Lehrdeputat wie Universitätsprofessorinnen und -professoren besitzen und damit weniger Zeit zur Forschung haben. Bei der Einwerbung von Drittmitteln, die gemeinhin als Ausweis von Forschungsstärke gelten, wiesen sie knapp ein Achtel des durchschnittlichen Drittmittelaufkommens einer Universitätsprofessorin bzw. eines Universitätsprofessors auf (2016: 32.000 gegenüber 258.000 Euro). Ein Umfeld, in dem sich Forschung und Lehre durchdringen, könnten Fachhochschulen ebenfalls kaum bieten.

Selbstverständlich müsse, so von Coelln weiter, qualifizierten Fachhochschulabsolventinnen und –absolventen die Promotion an Universitäten ermöglicht werden. Statt das Promotionsrecht auszudehnen, müsse deshalb die Zusammenarbeit zwischen Fachhochschulen und Universitäten intensiviert werden, ohne ihre Profile weiter aufzuweichen. "Eine Notwendigkeit, das Promotionsrecht zu öffnen, gibt es nicht", hob von Coelln abschließend hervor. "Das bestehende kooperative Promotionsverfahren genügt den Anforderungen in der Praxis und ist ein gelungener Weg, Fachhochschulprofessorinnen und –professoren als Betreuerinnen und Betreuer bzw. Prüferinnen und Prüfer in Zusammenarbeit mit der Universität am Promotionsverfahren mitwirken zu lassen. Die geplante Neuregelung dürfte dazu führen, dass Universitäten weniger Interesse an einer Kooperation mit Fachhochschulen haben."







Presseerklärung des DHV-Landesverbandsvorsitzenden zum Hochschulzukunftsgesetz

Bonn, 9. Januar 2014

Über 800 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind dem Aufruf des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen im Deutschen Hochschulverband (DHV) gefolgt  und haben mit ihrer Unterschrift einen offenen Brief des Landesvorsitzenden Professor Dr. Wolfgang Löwer an Wissenschaftsministerin Svenja Schulze unterstützt, in dem die Ministerin aufgefordert wird, den Gesetzentwurf für ein Hochschulzukunftsgesetz zurückzuziehen.

zur Presseerklärung im Wortlaut


Stellungnahmen