Der Landesverband Nordrhein-Westfalen


Der Landesverband

Der Landesverband Nordrhein-Westfalen im Deutschen Hochschulverband setzt sich speziell für die Interessen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an den Hochschulen ein. Er nimmt im Rahmen von Gesetzgebungsverfahren, die das Hochschul- und Beamtenrecht betreffen, an Anhörungen teil und gibt hierzu Stellungnahmen ab. Des Weiteren hält er Kontakt zu den hochschulpolitisch Handelnden in Nordrhein-Westfalen.


Landesverbandsvorsitzender Nordrhein-Westfalen

Universitätsprofessor Dr. Christian von Coelln
Universität zu Köln
Institut für Deutsches und Europäisches Wissenschaftsrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät
E-Mail: cvcoelln@uni-koeln.de


Ehrenvorsitzender

Universitätsprofessor Dr. Wolfgang Löwer
Universität Bonn
Institut für Öffentliches Recht
Rechts- u. Staatswissenschaftliche Fakultät
E-Mail: wolfgang.loewer@t-online.de


Landesgeschäftsführerin

Rechtsanwältin Dr. iur. Yvonne Dorf
Rheinallee 18-20
53175 Bonn
Tel.: 0228/902 66-93
Fax: 0228/902 66-80
E-Mail: dorf@hochschulverband.de 


Aus dem Jahresbericht 2020

Corona-Epidemie – Hochschulverordnung und -gesetz
Mit der Corona-Epidemie-Hochschulverordnung vom 15.4.2020 hatte das Ministerium für Kultur und Wissenschaft ein Paket geschnürt, das unter den gegebenen Rahmenbedingungen eine sachgerechte Bewältigung der Epidemiesituation an den Hochschulen und einen angemessenen Ausgleich der unterschiedlichen Grundrechtspositionen ermöglichte. Dies hat der Landesverband auch in einem Schreiben vom Mai 2020 an die Wissenschaftsministerin, Frau Pfeiffer-Poensgen, zum Ausdruck gebracht. Als erstes Bundesland schuf NRW im Hochschulgesetz eine Ermächtigungsgrundlage, um bestehende Rechtsunsicherheiten zur Bewältigung der Epidemie situationsgerecht abzumildern. Die Geltungsdauer dieser hochschulrechtlichen Ermächtigungsgrundlage ist durch ein im Dezember 2020 in Kraft getretenes Änderungsgesetz verlängert worden. Gleichzeitig wurden auch die verordnungsrechtlichen Regelungen zur Sicherstellung der Lehre und Funktionsfähigkeit der Hochschulgremien in eine gesetzliche Grundlage überführt. Der Landesverband, der im Vorfeld zum Gesetzentwurf Stellung genommen hatte, begrüßte im Rahmen einer Anhörung, dass nunmehr eine verfassungskonforme Ermächtigungsgrundlage im Hochschulgesetz geschaffen wurde.
Als eines der ersten Bundesländer hat NRW im August 2020 durch eine weitere Änderung des Hochschulgesetzes dafür gesorgt, dass bestehende befristete Beamtenverhältnisse verlängert werden können, soweit dies aufgrund fortbestehender Auswirkungen der Corona-Epidemie geboten erscheint.
Dankbare und konstruktive Antwortschreiben erhielt der Landesverband sowohl von der Wissenschaftsministerin als auch vom Vorsitzenden der LRK NRW, Herrn Professor Koch, auf den im Mai versandten Forderungskatalog des DHV zum Ausgleich coronabedingter Nachteile in Hochschulen.

Politische Gespräche
Die Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Epidemie waren auch Gegenstand der Gespräche, die der Landesverbandsvorsitzende und die Landesgeschäftsführerin im März und im November mit dem hochschulpolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Herrn Dr. Nacke, führten. Hierbei wurde auch die grundsätzlich gebotene zumindest gleichwertige Anrechnung digitaler Lehre auf das Lehrdeputat thematisiert.

Veranstaltungen
Der Landeskonvent tagte am 25. Januar in Bonn und am 19. September 2020 in digitaler Form. In den DHV-Gruppen Dortmund und Wuppertal wurden im Berichtszeitraum neue Vorstände gewählt.


Aktuelles und Sachthemen


Für die Öffnung des Promotionsrechts für Fachhochschulen besteht kein Grund!

DHV-Landesverband NRW gegen "Promotionskolleg für angewandte Wissenschaften"
Der Landesverband Nordrhein-Westfalen im Deutschen Hochschulverband (DHV) lehnt den Vorstoß der Regierungsfraktionen von CDU und FDP im nordrhein-westfälischen Landtag ab, das bestehende Graduierteninstitut für Angewandte Forschung der Fachhochschulen in NRW (GI NRW) in ein Promotionskolleg überzuführen, dessen Fachbereichen das Promotionsrecht verliehen werden kann. "Das ist ein falsches Signal und eine nicht notwendige Regelung, die keineswegs die Qualität der Promotionen sichert, sondern die bestehende hohe Qualität der Promotionen in Nordrhein-Westfalen in Zukunft ohne Grund verwässert", erklärte der Vorsitzende des DHV im Landesverband Nordrhein-Westfalen, Professor Dr. Christian von Coelln. "Das Promotionsrecht muss Alleinstellungsmerkmal der Universitäten und ihr gleichstehender Hochschulen bleiben."

Universitäten und Fachhochschulen hätten verschiedene, sich ergänzende Aufgaben. Fachhochschulen profilierten sich vor allem über anwendungsorientierte und praxisbezogene Ausbildung, Universitäten dagegen vornehmlich über Grundlagenforschung und Ausbildung durch Wissenschaft. "Die Öffnung des Promotionsrechts für Fachhochschulen führt zu einer Einebnung der verschiedenen Hochschularten, einer Verwischung ihrer unterschiedlichen Aufgaben in Ausbildung und Wissenschaft und damit zu einer Schwächung des deutschen Wissenschaftssystems insgesamt", betonte von Coelln.

Von Coelln wies darauf hin, dass Fachhochschulprofessorinnen und –professoren ein doppelt so hohes Lehrdeputat wie Universitätsprofessorinnen und -professoren besitzen und damit weniger Zeit zur Forschung haben. Bei der Einwerbung von Drittmitteln, die gemeinhin als Ausweis von Forschungsstärke gelten, wiesen sie knapp ein Achtel des durchschnittlichen Drittmittelaufkommens einer Universitätsprofessorin bzw. eines Universitätsprofessors auf (2016: 32.000 gegenüber 258.000 Euro). Ein Umfeld, in dem sich Forschung und Lehre durchdringen, könnten Fachhochschulen ebenfalls kaum bieten.

Selbstverständlich müsse, so von Coelln weiter, qualifizierten Fachhochschulabsolventinnen und –absolventen die Promotion an Universitäten ermöglicht werden. Statt das Promotionsrecht auszudehnen, müsse deshalb die Zusammenarbeit zwischen Fachhochschulen und Universitäten intensiviert werden, ohne ihre Profile weiter aufzuweichen. "Eine Notwendigkeit, das Promotionsrecht zu öffnen, gibt es nicht", hob von Coelln abschließend hervor. "Das bestehende kooperative Promotionsverfahren genügt den Anforderungen in der Praxis und ist ein gelungener Weg, Fachhochschulprofessorinnen und –professoren als Betreuerinnen und Betreuer bzw. Prüferinnen und Prüfer in Zusammenarbeit mit der Universität am Promotionsverfahren mitwirken zu lassen. Die geplante Neuregelung dürfte dazu führen, dass Universitäten weniger Interesse an einer Kooperation mit Fachhochschulen haben."







Presseerklärung des DHV-Landesverbandsvorsitzenden zum Hochschulzukunftsgesetz

Bonn, 9. Januar 2014

Über 800 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind dem Aufruf des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen im Deutschen Hochschulverband (DHV) gefolgt  und haben mit ihrer Unterschrift einen offenen Brief des Landesvorsitzenden Professor Dr. Wolfgang Löwer an Wissenschaftsministerin Svenja Schulze unterstützt, in dem die Ministerin aufgefordert wird, den Gesetzentwurf für ein Hochschulzukunftsgesetz zurückzuziehen.

zur Presseerklärung im Wortlaut


Stellungnahmen